Eindeutig kann man sagen, das Guatemala das Land der Religionen ist. Hier leben so extrem viele Menschen ihre Religion aus. Die Kirchen sind vollkommen überlaufen. Wenn eine Messe stadtfindet kannst du kaum zur Tür hineingehen. Es ist so übel voll, das man nicht einmal mehr einen Stehplatz findet. Man kann sich das nicht vorstellen wenn man so etwas noch nie gesehen hat.
Was auch echt krass ist, das man hier immer plötzlich in irgendwelchen religiösen Zeremonien steht. Neulich zum Beispiel stand ich auf dem Balkon meiner Pension da ertönte plötzlich eine wahnsinnig laute Kirchenmusik. Auf ein mal liefen hunderte von Menschen mit einem riesigen Altar, der von Menschen getragen wurde, durch die Straße und benebelten die ganzen Wege so mit Weihrauch das es kaum noch möglich war zu atmen. So sah das dann aus:
Es war keine zwei Tage später, da machten wir in der nächsten Stadt eine Wanderung im Wald. Wir wollten nur auf einen Berg hinauf steigen um von dort aus einen Mayatempel zu beobachten. Wie es bei uns immer so ist hatten wir eben Glück und platzten direkt in eine Mayazeremonie hinein. Da waren auf ein mal eine Menge Mayafrauen und –kinder die im Kreis saßen und sangen und beteten. Sie zündeten Kerzen an und eine Frau räucherte den Platz der mit kleinen Kreuzen und Schreinen übersät war mit Weihrauch ein:
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Am Sonntag dann konnten wir auf einem wahnsinnig farbenprächtigen Markt (in Chichicastenango) sehen wie hunderte von Menschen die Treppe zur Kirche hin mit millionen von Blütenblättern überhäuften. Sie Zupften liebevoll die einzelnen Blüten auseinander und verteilten Sie auf den Treppen. An allen umliegenden Ständen des Marktes konnte man Blumen und vor allem Kerzen kaufen. Die Kerzen sind hier sehr lang und dünn und jede Farbe symbolisiert ein anderes Anliegen um das man bei Gott beten will.
Mayas beim Kirchenaufgang schmücken:
Kerzenstand mit millionen von farbenfrohen Kirchenkerzen:
Gestern ging ich hier in Antiguá (näheres zu der Stadt später) die Straße entlang und setzte mich in ein Café. Da kamen auf ein mal viele Männer in lilanen Anzügen, wie Mönche gekleidet, auf mich zu. Ich dachte mir nichts dabei. Als ich das Café wieder verließ wurden die lilanen Männer immer mehr. Auf ein mal stand ich in einem Meer von lila gekleideten Männern und Jungs. Alle Frauen waren auf ein mal so schick, aber nicht lila. Auf ein mal begriff ich schon wieder in einer religiösen Zeremonie zu stehen. Da kam auch wieder ein wie oben beschriebener Altar getragen von Jungs. Auf diesem befand sich eine Jesus Statue mit Kreuz. Darauf folgte ein kleinerer Altar der von Mädchen getragen wurde. Sie trugen allerdings schlichte schwarze Röcke und weiße Blusen. Und natürlich war wie immer alles in Weihrauch gehüllt. Später fand ich heraus das es eine Vorbereitungszeremonie für die “Semana Santa”, die Osterwoche war. Ab 4 Wochen vor Ostern werden diese Zeremonien jeden Samstag und jeden Sonntag abgehalten um sich auf die Osterwoche vorzubereiten, die hier extrem wichtig ist. ![]()
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Antiguá an sich gilt als eine der sichersten Städte Guatemalas. Sie ist laut meiner Einschätzung nicht nur die unsicherste Stadt, die ich hier bisher gesehen hab, sondern auch alles, aber nicht in Guatemala. Hier gibt es wirklich alles. Vom italienischen Restaurant, dem französischen Café bis zum Luxusrestaurant. Hier gibt es sogar Straßenstände, die “typisches” Essen darstellen sollen. Nur leider sind all die Speisen auf ein mal mit Salatblätchen dekoriert, oder in extrem übertriebener Weise künstlich aufbereitet. Zum Urlaub machen ist es hier ganz nett. Es gibt unzählige Sprachschulen hier, vielleicht such ich eine davon mal auf und erkundige mich nach ein paar Stunden Unterricht. Mein Spanisch wird hier zwar zunehmend besser, aber schaden kann das nicht. Also, mehr Infos dann die Tage…