So, nachdem ich nun ein kaputtes Beinchen hatte beschloss ich die nächsten Tage mit meinem Übersetzter zusammen zu verbringen. Schließlich weiß man ja nie ob man nochmal ein wahnsinnig zuverlässiges Krankenhaus aufsuchen muss, also beschloss ich die nächsten Tage nicht allein zu reisen. Ursprünglich war eine einfache 6-stündige Busfahrt direkt von Oaxaca nach Puerto Escondido geplant. Mein Begleiter, der übrigens Martin heißt, plante allerdings über mehrere Dörfer in 2 Tagen an dieses Ziel zu kommen. Das erschien mir ebenfalls lustiger und so beschloss ich mich anzuschließen.
Dieser Trip war extrem lustig. Wir versuchten dieses Mal nicht auf gewöhnliche Weise durch Mexiko zu kommen sondern mal was anderes auszuprobieren und so beschlossen wir zu trampen. Das war extrem lustig, vor allem weil wir eine ganze Weile damit zu brachten nur an der Straße zu stehen.
Ich beim trampen:
@ Eve: Guck, unsere Hose trampt durch Mexiko 🙂
Das war übel lustig. Vor allem als dann tatsächlich jemand angehalten hat:
Das ist die Frau die uns mitgenommen hat und ein Tankwart:
Allerdings wäre alles nur halb so witzig gewesen wenn wir in einem sauberen Pickup gereist wären. Auf unserem wurden zuletzt jedenfalls Ziegen transportiert und die hatten ihre Spuren hinterlassen…
Eine Pickup-Reise aus Sicht eines kranken Beines:
Martin und Ich, geblendet von der Sonne und verwurschtelt vom Fahrtwind:
So eine Pickup-Fahrt ist echt lustig, solang es nicht anfängt zu regnen. Hat es aber! Und so waren wir und unsere ganzen Sachen innerhalb von 2 min komplett nass. Zum Glück hat Deuter so was wie Regenhüllen entwickelt. Wenn da nicht dieses kleine Problem gewesen wäre das die wunderschön getrocknete Ziegenscheiße zusammen mit Wasser zu einer Art Scheiß-Brei wird der sich an all deine Sachen klebt!
Also wir total nass, Rucksäcke mehr oder weniger trocken:
Ein anderer Trip fand in einem Colectivo statt, naja, Papa würde es Viehtransporter nennen. Witzig war diese süße kleine Klingel die ihr unter unseren Rucksäcken erkennen könnt. Da muss man klingeln wenn man aussteigen will. Ich hab echt schon viel Zeit auf diesen Fahrzeugen verbracht, aber eine elektronische Klingel ist mir bisher noch nicht untergekommen:
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Auf diesem Trip habe ich außerdem die schönsten und einige der schlimmsten Dinge Mexikos gesehen. In einem Motel, in dem wir geschlafen haben bin ich ganz lang nicht drauf gekommen was in diesem Zimmer gefehlt hat. Ich kam dann drauf: Es war die Badezimmertür. Das war echt scheiße. Geh mal aufs Klo wo keine Tür ist. Also hab ich Martin raus geschickt und bin aufs Klo, das zweite was gefehlt hat, war das die vorhandene Schüssel (zwar ohne Brille, aber welches Klo hat das hier schon) nicht an das Wassersystem angeschlossen war. Man musste Wasser in einen Eimer füllen und damit Spülen. Aber nur wenn nötig 🙂 Die Mexikaner eben! Aber es gab nicht nur Erlebnisse wie dieses. Es war immerhin einmal ein echter backpacking Trip. Wir hatten die ganze Zeit, ohne Unterbrechung, unsere Rucksäcke dabei. Sonst schließt man die ja aus Faulheit gern in irgendeinem Bahnhof oder so ein. Das war am Anfang zwar super anstrengend, aber am Ende hat man die gar nimmer gespürt. Ich hab viel erlebt in diesen wenigen Tagen:
Ich hab wunderschöne Märkte gesehen…
Typisches Pan de dulce, also süßes Brot. Was man hier auf den ersten Blick wahrscheinlich nicht erkennt ist, dass alles voll ist mit Wespen. Das stört hier keinen:
Hier haben wir dann Mittag gegessen. Ein typischer Marktstand wie man ihn in ganz Zentral Amerika findet. Meine erste Mole-Negro und Mole-Rojo. Mole ist eine Art Soße die aus mehr als 100 Zutaten besteht. Jede Hausfrau aus Mexiko behauptet ihre Mole wäre die beste, aber jede ist anders. Einige dieser 100 Zutaten sind zum Beispiel unzählig viele Gemüse und Obst Sorten, Schokolade, Nüsse und Coca Cola. Manchmal ist es auch besser nicht nachdem Rezept zu fragen (und das aus meinem Mund – Wunder des Jahrtausends!).
Mit einer Köchin die aussieht wie Frida Kahlo persönlich:
Außerdem haben wir einen Platz gefunden an dem Tacos hergestellt werden. Hier wird der Mais eingeweicht:
Und dann wird er zu Maismehlteig verarbeitet der dann wiederrum verkauft oder zu Tacos verarbeitet wird:
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In dieser Kirche befanden sich große Kreise an der Decke. Diese hatten einen Rand in dem hunderte von Vögeln ihre Nester gebaut haben. Man konnte sie nicht so gut sehen, aber das Gezwitscher der Vögel hat dieser Kirche ein nie endendes natürliches Lobpreislied beschert! Das war vielleicht beeindruckend:
Vor dieser Kirche hat jemand gerade ein Stück Straße neu gemacht, da beschloss ich doch mal spontan meinen eigenen Walk-of-Fame zu eröffnen:
Außerdem hab ich mal wieder extrem tolles neues Mexikanisches Handwerk gesehen! Das nächste Bild zeigt Mexikaner die arbeiten, was an sich schon was Besonderes ist. Aber das tolle ist, das die Pakete über so kurze Distanzen werfen, dass sie sie auch rüber reichen könnten. (Wisst ihr wie viele Bilder ich machen musste bis ich eins hatte wo das Paket fliegt???)
Mein erster Tierarzt, den ich in Mexiko sehe und gleichzeitig die erste Tier-Apotheke die ich in meinem Leben überhaupt gesehen hab:
Und um euch mal zu zeigen, dass man sich auch über die kleinen Dinge im Leben freuen kann, hab ich das nächste Bild hochgeladen. Es zeigt mich, überglücklich! Jeder wird sich fragen: “Hat die im Lotto gewonnen?” Nö, hat sie nicht, sie hat auf einer Baustelle einen Stein gefunden der echt schön aussah und musste anhalten um sich 10 min zu freuen!
Um euch mal wieder einen kleinen Einblick in das Leben in Mexiko zu geben hab ich mal wieder ein schönes Beispiel gefunden. Ich weiß, viele von euch haben in ihrem Leben noch nie eine Waschmaschine eingeschaltet, aber einige von euch benutzen dieses sinnvolle Instrument regelmäßig und verstehen unter einer Waschmaschine folgendes: Ein Gerät das vollautomatisch Wäsche in verschiedenen Temperaturen und Stufen wäscht. Dabei findet man mit dem ersten Blick auf dieses Gerät verschiedene Temperaturangaben die meist von Kaltwäsche bis 90 Grad reichen. Zusätzlich kann man Extras wie Vorwäsche, Extra Schleudergänge oder Knitterfrei wählen. Hier sieht das so aus:
Eine mexikanische Waschmaschine…
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… und ein mexikanischer Trockner…
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Bei der Waschmaschine kann man (wie unten gut zu sehen ist) zwischen kalt, warm und heiß wählen. Außerdem besteht der große Luxus neben dran erkennen zu können ob die Maschine gerade läuft, was aufgrund des großen Lärms und der starken von links nach rechts Bewegung sonst nicht erkennbar gewesen wäre (wenn man taub und blind ist). Verzweifelt hab ich versucht rauszufinden was in einem Land, in dem ich bisher eine warme Dusche gefunden habe, heiß und warm ist??? Kalt kennen die, da war ich mir sicher! Die Frau in dem Waschsalon hat sich echt liebevoll die Mühe gemacht mir das zu erklären. Nach 30 min hat sie es dann auch endlich übers Herz gebracht mir zu gestehen, dass sie mir das alles zwar erklären kann, es hier aber nur kaltes Wasser gibt und die Waschmaschine selbst das Wasser nicht erwärmen kann! Wieder mal was Neues gelernt!
Beim Laufen durch die Straßen ist dann etwas echt Schönes passiert! Ich hab mich verliebt!!!
@ Florian: Mach dir keine Sorgen, ist nix ernstes zwischen uns!
So muss ich wohl aussehen wenn ich so verliebt bin das ich nicht mal mehr die Kamera wahrnehme:
Und sie ist die Glückliche: Diese wunderschöne braune Tasche die dort oben an dieser Wand voller handgefertigter Lederkunstwerke hängt. Zu einem stolzen Preis von 250 Pesos (wohlbemerkt von 450 runter gehandelt) was umgerechnet ca. 15 € sind und hier echt super teuer ist, hab ich sie dann mit nach Hause genommen! Bis das die schlechte Verarbeitung uns scheidet!
In Mazunte hat es mir dann echt am besten gefallen. Einziger Nachteil dieses Dorfes: Die haben Internet über Satteliten und somit ist es erstens extrem teuer ins Netzt zu gehen und zweitens darf man eine Menge Seiten wie YouTube oder Skype nicht öffnen oder nutzen. Außerdem darf man nix hochladen und somit kommt dieser Eintrag etwas später als erhofft und wird dadurch etwas länger 🙂
Der Blick aus meinem Lieblingscafe:
Die wunderschönen Strände von Mazunte (leider sind die Wellen jedoch zu hoch und man kann nicht ins Wasser, dort gibt es echt gigantische Strömungen):
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Unser Zimmer in Mazunte, wohlbemerkt wurde dieses Bild von einem Ende des Zimmers aus geschossen, also nicht so riesig wie man sich das wünschen würde 🙁 diese unzufriedene Person im Hintergrund bin übrigens Ich beim irgendwas wahnsinnig Wichtigem suchen 🙂
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Bevor ich gegangen bin haben alle gemeint: “Pass auf dich auf!” Nein, das tu ich wirklich nicht. Ich begebe mich genau genommen jeden Tag in super krasse Lebensgefahr! Ich liege jeden Tag unter Kokosnusspalmen.
Mein Ausblick einen ganzen Tag lang in Mazunte:
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Aus Sicht meines Beins, inzwischen haben ich und der kleine Chinche de Cama-Biss uns richtig angefreundet:
Auf mehrfaches Nachfragen möchte ich auch noch kurz mitteilen das es mir schon viel besser geht. Vielen Dank für alle die lieben Gute-Besserungs-Wünsche. Mein Antibiotika hat 3 Tage lang echt so gut wie gar nix verändert, aber jetzt nehm ich den scheiß schon 7 Tage und jetzt schlägt es echt an! Meine Wunde ist echt schon deutlich kleiner geworden und sie heilt echt zu. Auf mehrfachen Wunsch kommt hier ein Bild einer Chinche de Cama:
Und hier kommt die Tierwelt von Mazunte:
Ein Pelikan oder so was:
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Ein nicht ganz so schöner, aber trotzdem roter Krebs 🙂
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In Puerto Escondido angekommen konnte ich dann endlich mal wieder einen Punkt von meiner “Was ich tun will bevor ich sterbe-Liste” streichen: Ich konnte, dank dem wundervollen Hostel “Buena Onda” in einer Hängematte am Strand unter freiem Himmel schlafen!
Mein Bett:
Unbezogen:
Und bezogen:
Mein Ausblick für diese Nacht:
Am nächten Tag haben wir einen Ausflug zu einer Art Lagune gemacht:
Schaut doch aus wie in der Krombacher Werbung, oder nicht?
Nicht ganz klares Karibikwasser, aber echt schön:
Hier leben unglaublich viele Tiere. Schildkröten und Krokodile gehören dazu. Lieder haben wir die Schildkröten gerade verpasst. Für die gibt es nämlich einen Tag im Jahr wo sie von dort weg gehen und der war einen Tag bevor wir da waren. Krokodile haben wir leider auch nicht gesehen, aber wir waren in einer Aufzuchstätte:
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@ Florian: Für dich, ein Rock-On-Bild im Krokodilfluss:
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An diesem Strand haben wir dann Mittagspause gemacht:
So verbringen die Mexikaner den Sonntag Nachmittag:
In Puerto Escondido hab ich außerdem mal wieder richtig nette Menschen kennengelernt. Zwei davon möchte ich euch gerne vorstellen:
Ein Mädchen aus Korea, ihr Name ist Eun Ha, das lustige ist, das man das spricht wie die spanische Eins, also Una und alle können ihren Namen aussprechen 🙂
Eun-Ah und ich am Strand:
Die andere Person die ich euch vorstellen mag ist Daniel. Er hat es tatsächlich versucht mir surfen beizubringen. Jeder der weiß wie viel Angst ich vor Wellen hab weiß wie viel Geduld man dafür braucht. Eins hab ich jedenfalls beim surfen gelernt: Es gibt Leute die nicht surfen sollten. Taucher gehören dazu, sie sind von Natur aus eher dafür geeignet ihre Zeit unter Wasser zu verbringen als über Wasser. Da surfen allerdings weder eine Sauerstofflasche noch eine mit Luft gefüllte Weste beinhaltet, ist es vielleicht nicht die beste Sportart für mich. Außerdem glaub ich das es auf dauer nicht so gut ist literweise Salzwasser zu trinken 🙂
Also das ist Daniel, der geduldigste Surfer aller Zeiten, der mich umsonst auf sein Board gelassen hat und verzweifelt versucht hat beizubringen das es eine Welt über Wasser gibt:
Seht ihr mein Taco-Bäuchle? Ich muss dringend mal wieder Sport machen, oder nach Kuba fliegen, da soll das Essen miserabel sein!
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