Ja, wie kommt man darauf einen Bus von Cancun bis nach Nicaragua ins verschlafene Örtchen San Juan del Sur zu nehmen. Das ist eine gute Frage deren Antwort eine lange Geschichte ist. Um es kurz zu fassen:
Nachdem Jenny ihre sieben Sachen gepackt hat und sich zurück auf den Weg in die USA gemacht hat hielt mich nichts mehr an meinem neuen zu Hause. Dazu kam das ich mir einen Stalker zugelegt hatte, was auch der Grund ist warum ich so lange nicht gepostet hab. Um das kurz zu erläutern: Eines Tages spazierte ein Typ in unser Hostel. Typischer Junge mit dem man in der Schule nicht reden würde weil er uncool ist. Er fragte mich ob ich ihm die Hotelzone zeigen würde. Da ich gerade sowieso nichts anderes zu tun hatte war ich mal wieder freundlich und tat worum er mich bat. Zwei völlig unspektakuläre Tage ohne Besonderheiten vergingen. Am dritten Tag meinte er, er müsse mal mit mir reden und gestand mir seine Liebe. Er erklärte mir das er bis dato eine emotional tote Person gewesen wäre und das ich die Leidenschaft in seinem Leben entfacht hätte, das er mich heiraten wollen würde und mit mir zusammen in Deutschland unsere Kinder aufziehen würde. Da er aus den USA war wäre es für mich auch gleichzeitig ein Vorteil, da ich nun immer zu Jenny fliegen und dort auch arbeiten könnte. “WOW, Stopp!” war meine Antwort. Ich bedankte mich höflich für das umfangreiche Liebesgeständnis und erklärte ihm, dass ich leider nicht so empfinden würde wie er und ich deshalb gern nur Freunde bleiben würde. An diesem Tag begann er mich zu verfolgen. Egal wo ich auch hinging, er war hinter mir, wartete vor meiner Badezimmertür, beobachtete mich wenn ich schlief… all diese kranken Sachen! Zwei Tage später weckte er mich morgens auf und sagte er hätte Frühstück gemacht! Mit einem äußerst unhöflichen “Fuck you!” drehte ich mich um und schlief wieder ein. Zwei Stunden später wachte ich wieder auf und er stand immer noch an derselben Stelle. Ich versuchte an ihm vorbei Richtung Badezimmer zu laufen, da sprang er mir in den Weg. Er erklärte mir, dass unsere Beziehung im Moment nicht gesund wäre und wir dringend über unsere Liebe reden müssten. Ich schrie ihn sehr laut an und meinte er hätte total einen an der Klatsche, da wäre weder eine Beziehung, noch eine Liebe und das er sich verdammt nochmal aus meinem gesamten Leben verpissen solle, sonst würde ich die Polizei rufen, das wäre ja schon Stalking was er da tun würde! An diesem Tag verließ er, ohne seine Sachen mitzunehmen, das Hostel. Drei Tage lang sorgten sich die Mitarbeiter des Hostels um ihn. Ich äußerte die Angst das er mit einer Pistole oder so zurück kommen könnte, das wäre in den USA zumindest kein Einzelfall. Die Mitarbeiter stimmten mir zu und hielten es auch für alle Beteiligten das Beste wenn ich das Hostel verlassen würde. So machte ich mich auf den Weg nach Chetumal um die Grenze nach Belize zu passieren. Von diesem Tag an bekomme ich unzählige Emails die von Liebesgeständnissen, über Gedichte bis hin zu Morddrohungen alles enthalten was man sich so vorstellen kann. Er hat mich in Facebook, Skipe und auch sonst überall gefunden und ich habe ihn blockiert. Das hatte zur Folge, dass er nun schon die zweite Emailadresse hat und einfach nicht aufhören will. Das Hostel kontaktierte einen Tag später die Polizei und die Botschaft. Er ist bis heute nicht aufzufinden und all seine Sachen sind immer noch im Hostel. Alle suchen nach ihm!
Doch all das hatte auch seine guten Seiten. Im Bus nach Chetumal lernte ich einen Engel namens Patricia kennen. Wohlbemerkt wusste jeder, dass ich nach Chetumal gehen würde, somit bin ich mir heute zumindest sicher, dass dieser Typ dort im Hostel auf mich gewartet hat. Patricia ist ungefähr im Alter meiner Mama und sie bot mir an für ein paar Tage mit ihr und ihrem Mann in ihrem Haus in Belize zu wohnen um mich etwas zu erholen. Sie meinte ich sehe so müde aus. So verbrachte ich ein paar wunderschöne Tage in Belmopan. Sie ist ein wahnsinnig spiritueller Mensch und brachte mir unglaublich viel über Ayurveda bei. Außerdem brachte sie mich eines Abends zu einer Gebetsgruppe der Bahais, war sehr interessant war.
Nachdem ich dieses Haus verlassen hatte gab ich mir eine zweitägige Busfahrt direkt nach Nicaragua und suchte mir das verschlafene Städtchen San Juan aus. Dort war nicht viel zu tun. Es ist eine Surferstadt, was eine Taucherin, die gerade mit einem etwas kleineren Budget lebt, nicht gerade glücklich macht. Aber mir wird ja nicht langweilig, und so schloss ich neue Freundschaften. Ich lernte Or, Karin und Michael kennen. Die zwei Mädels kommen aus Israel und Michael arbeitet in der Bar des Hostels und kommt aus Kalifornien. Die Mädels hatten eine Kamera, somit kann ich euch mit neuen Bildern versorgen:
Or, Michael und Karin:
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Wir hatten ne Menge Spaß zusammen:
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Obwohl in Nicaragua gerade Regenzeit ist, und das bedeutet auch das es täglich regnet, wurde uns nicht langweilig. Wir verbrachten unsere Tage in “Gato Negro” einem netten Cafe und spielten Halma oder Poker:
Außerdem ging ich meiner Lieblingsbeschäftigung nach: ESSEN!!!
Unsere Abende verbrachten wir in Michaels Bar, vielleicht bin ich ja doch der geborene Barkeeper:
Ach ja und Alsabra: Hier gab es Flor de Cana in rauen Mengen! Unser Himmel!
FLOR DE CANA, El Ron de Nicaragua!!!
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