Ich bin hier in Panajachel am Lago de Atitlàn angekommen. Da ist ein Vulkansee der so riesig ist, das es aussieht als wäre es ein Meer mit Vulkanen am Horizont. Leider ist es etwas bewölkt und man kann die einzelnen Vulkane nicht immer sehen. Außerdem ist meine Unterkunft hier leider nicht so gut und ich habe kein Internet, kann also diesen Beitrag erst in den nächsten Tagen irgendwann hochladen.
Der See und die Vulkane:
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Es ist echt schön hier, die Menschen, vor allem die Einheimischen leben mit und am See. Sie waschen hier ihre Wäsche, holen das Wasser aus dem See um ihre Pflanzen zu bewässern und leben vom Tourismus den der See mit sich bringt.
Mayas beim waschen ihrer Wäsche:
Auch mit den Chickenbusen haben wir uns echt angefreundet. Es ist viel schöner mit den Einheimischen zusammen zu fahren und nicht mit den Touristen. Man muss eben ein bisschen auf seine Sachen aufpassen, aber ehrlich gesagt hatte ich in diesem Land noch nie das Gefühl, das mir jemand etwas klauen will oder so… Es ist auch unglaublich toll was man in diesen Bussen für Menschen kennenlernt. Hier ein paar Bilder:
Ein typischer voller Chickenbus von innen:
Eine Maya die, wie das hier so üblich ist, ihr Kind auf dem Rücken trägt. Die nehmen ihre Kinder hier auch nie ab, oder haben Angst das sie zerquetscht werden, was bei dem Fahrstiel der Busfahrer schon mal passieren kann. Die Kinder werden auf dem Rücken getragen bis sie laufen können oder besser gesagt bis sie Armbänder verkaufen oder betteln können:
Ja, wenn man die Bilder so anschaut denkt man sich: “Was macht die da eigentlich den ganzen Tag?” Ja, genau genommen nix. Wir essen dieses wahnsinnig fettige Essen, jeden Tag ein anderes von diesen wahnsinnig abwechslungsreichen Maisfladen mit Käse, Fleisch oder Fleisch und Käse und zum Nachtisch jeden Tag eine fette Sahnetorte, die hier mega geil schmecken. Und heute hab ich das erste mal in ner Dusche geduscht aus der auch echt was raus kam. Die Duschen hier sind normalerweise kaputt oder sie haben einen so minimalen Wasserstrahl, das es so gut wie unmöglich ist damit Shampoo aus seinen Haaren rauszubekommen. Aber heiß sind sie immer. Oder kalt, aber nie lauwarm oder soll ich lieber sagen angenehm. Also entweder man verbrennt sich mindestens 3.grades oder man erfriert.
Ne, mal im Ernst, ich versuche jeden Tag ein wenig mehr in das Land einzutauchen. Es ist nicht leicht die Menschen hier zu verstehen. Die meisten Mayas reden nicht mit dir. Die Frauen sind extrem zurückhaltend und mit den Männern will man nicht reden, ich zumindest nicht. Hier und da sieht man mal einen Tourist, für die Tatsache das hier Hauptsaison ist sind es wohlbemerkt relativ wenige, aber es gibt sie. Dementsprechend sind natürlich die Verkäufer an den Touriständen drauf. Die wollen auch ihr Zeug loswerden. Aber die Menschen die hier leben werden mir vermutlich ewig ein Rätsel bleiben. Gestern zum Beispiel sind wir um ca. 21 Uhr vom Essen gekommen. Leider war der Besitzer der Pension in der wir gerade nächtigen nicht mehr da. Wir hatten zwar einen schlüssel, der passte aber nicht in das Eisentor. Nun, sind wir eben zum Nachbarladen gegangen und haben gefragt ob der uns helfen kann, den Besitzer vielleicht anrufen würde oder so. Die Antwort war “Nö!” und ein Telefonbuch gibt es hier nicht. Naja, vor unserer Pension saß ein Junge, den unsere Lage auch nicht interessierte. Also beschlossen wir einzubrechen. Ich nam meine neue und schon im Schritt zerrissene Leinenhose mit Fassung und kletterte sozusagen mit “freiem Einblick” direkt über dem Kopf des jungen am Gitter des Fensters hoch um auf das Vordach des Tors und somit über die Mauer zu kommen. Er schaute mich nicht mal an, ich existieret für ihn nicht und das ich da einbrach war auch keine Ausnahme. Da kam zum Glück ein Mädchen das auch hier wohnt und schloss uns auf 🙂 Glück gehabt! Leider mussten wir feststellen das es unsere eigene Dummheit war die uns im Weg stand. Der Schlüssel passte zwar nicht in das Schloss des Tores, aber in das Vorhängeschloss das von innen angebracht war 🙂 Im Vorhof hing dann auch eine Kamera die meine peinliche Aktion natürlich gefilmt hat 🙂 Aber was mich daran so extrem gewundert hat ist, dass es niemanden interessiert hat. Für alle auf der Straße ist das kein Problem wenn jemand in eine Pension einsteigt und für den Besitzer war es auch kein Problem, er hat nämlich heute Morgen nichts gesagt 🙂
Auch die Einheimischen sind hier echt nicht zu verstehen. Die wenigsten schicken ihre Kinder zur Schule. Entweder sie sollen betteln, Sachen verkaufen oder mit riesigen Ladungen Holz oder Stoffe auf dem Rücken zu den Touristen hingehen und um Geld oder Lebensmittel betteln. Das ist echt hart. So kleine Kinder die dir so leid tun, aber wenn du das unterstützt bestätigt das die Eltern ja nur. Außerdem wirst du die nimmer los wenn du sie mal “angefüttert” hast. Es ist wirklich schwer damit umzugehen. Wenn man dann aber ein paar mal “nein” sagt und sie verstehen das sie von dir nichts bekommen hört man so Dinge wie “Fuck you bitch!”! Auf ein mal können sie alle englisch! Das ist echt hart. Die meisten Maya sind auch sehr junge Mütter. Heute bin ich mit einer im Bot über den See gefahren, die war vielleicht 17 und hatte ein eineinhalb jähriges Baby und vermutlich ihre Schwester dabei die ca. 9 war. So hart! Die Mütter sind hier entweder mega jung oder echt schon sehr alt. Sie stillen auch ihre Babys so lange es geht. Neulich bin ich auf der Straße gelaufen, da saß eine Frau die Armbänder verkauft hat. Während wir uns ihre Kunstwerke anschauten kam ein ca. zweineinhalb-jähriges Kind angelaufen, reißt ihr die Mayatracht runter und beginnt zu trinken. Ich war völlig perplex, ihr machte das allerdings nichts aus. Man sieht auch sehr deutlich welche mit Touristen zu tun haben und welche diese nur von weitem kennen. Diese Frauen schauen einen nicht an, Grüßen einen selten zurück und sitzen in Boten oder Bussen fast nie neben Männern.
Auf der anderen Seite sind die jungen Männer hier extrem krass. Eigentlich arbeiten alle das selbe wie ihre Väter. Jeder Mann der hier einen Obststand hat, hat auch einen Sohn der ihm hilft und jeder Schuhputzer ebenso. Viele arbeiten hier natürlich um Botstouren zu verkaufen oder andere Dinge um Touristen abzuzocken. Aber mindestens so viele arbeiten auch als Dealer. Mir ist noch nie in meinem Leben in 5 min so viel illegales angeboten worden wie hier. Du läufst in aller Ruhe zum See, willst den Sonnenuntergang anschauen da kommt einer und sagt: “Hasch? Du you smoke anything? Kokain? Heroin?” Das geht ewig so und am Ende kommt: “Qieres SEX?”! Und wenn man Glück hat endet diese Situation nicht mit “Fuck you bitch!”
Aber so sind nicht alle. Manche sind super hilfsbereit, zugegeben meistens nur wenn sie was wollen oder bis du sagst das du kein Geld hast, aber trotzdem! Man sollte immer das Gute im Menschen sehen, sonst hat man die Chance verpasst die Welt ein wenig besser zu machen als sie ist!
Wie auch immer, ich habe das Gefühl jeden Tag ein wenig mehr über die Menschen hier zu lernen! Und das war schließlich auch mein Ziel!